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2005

Sand, überall Sand! – Vom Etosha nach Swakopmund

Heute sollte eigentlich wieder einmal so ein Tag werden, an dem wir einfach ein gutes St?ck Strecke hinter uns bringen und unser nächstes Etappenziel, den Küstenort Swakopmund erreichen wollten.

Doch schon am Andersson Gate, an dem wir (schniefschluchz) den Etosha zum vorerst letzten Mal verließen, verabschiedete sich die bevorstehende Eintönigkeit und starteten in ein weiteres Straßenabenteuer. Dort nämlich bat uns der Torwächter, einen Anhalter in das ca 50 km entfernte Outjo mitzunehmen. Das stellte uns natürlich erst einmal vor ein echtes Gewissensdilemma – einmal warnt jeder Reiseführer und jede andere Art von Informationsquelle, wegen der hohen Kriminalitätsrate im Land davor, Anhalter mitzunehmen, andererseits waren wir schon gewillt, dem offiziellen Torwächter zu trauen. Was soll′s das Vertrauen in die Menschheit siegte. Und der Anhalter war wohl auch wirklich einer von den Guten und ließ sich an der ersten Tankstelle in Outjo absetzen.

Hier in Outjo folgten wir nicht dem kürzesten Weg nach Swakopmund, sondern bogen gen Khorixas ab, um einen Abstecher zu den an der Strecke liegenden Ugabterrassen zu machen.

Die haben wir allerdings nicht wirklich gefunden. Die Beschreibung in unserem Reiseführer war hier doch etwas schwammig verfasst. Der Umweg war aber trotzdem weitaus spannender als die pure Hauptstraße. Er führte über staubige Nebenstraßen und kleine Dörfchen. Nur SO lernt man die Welt kennen...

Von Khorixas an folgten wir der Straße nach Henties Bay, vorbei am Brandberg mit seinen berühmten Höhlenmalereien und an der Minenstadt Uis.

Hier wurde die Strecke wirklich interessant. Sie verlief n?mlich nicht mehr eindeutig auf Asphalt, sondern wandelte sich am und an in eine echte Sandpiste. Hinzu kam, dass hier auch typisch namibische Straßenbaumaßnahmen durchgeführt wurden. Das bedeutete nichts anderes, als dass Kettenfahrzeuge groben Schotter in der Mitte der Strecke zusammenschoben,um ihn dann irgendwann mal von der Trasse zu räumen. Frei gelassen wurde nur der schmale Streifen, den ein PKW benötigt, um auf der Straße fahren zu können, oder besser, den ein PKW in den Augen der Straßenräumer brauchen sollte, was meist eindeutig zu schmal war.
Ab und zu mussten wir mit unserem treuen, zweiradgetriebenen Toyota auch durch längere Sandverwehungen fahren. In Anbetracht dessen, dass uns auf der ganzen Strecke kein anderes Auto begegnete, ein echtes Risiko. Wenn wir uns hier fest gefahren hätten, hätten wir ein echtes Problem gehabt. Wasservorräte hatten wir zwar immer ausreichend dabei, doch angesichts der sengenden Sonne ist schon fraglich, wie lange wir hier ausgehalten hätten.

Von Henties Bay an wurde de Strecke dann zu "Salt Road", was wir uns wiederum schlimmer vorgestellt hatten. Zumindest bei dem an diesem Tage herrschenden trockenen Wetter war die Salzstraße auch nichts anderes als eine schlechtere Asphaltstraße. Bei nassem Wetter möchte ich mir die Geschichte aber nicht vorstellen. Und so fuhren wir über graues Salz durch die Namib.

Ein echtes Highlight war dann wieder der Streckenabschnitt, auf dem Bauarbeiten stattfanden und der Verkehr neben der Strecke entlang geführt wurde. Neben der Strecke hie? hier aber, über Wüstensand. Schon klar! Wir mit unserem Zweiradantrieb quer durch den Sand
Was blieb uns anderes übrig " wir ignorierten die Absperrung und fuhren auf der im Bau befindlichen Straße weiter. Entgegenkommende und in purer Aufregung warnblinkende und lichthupende (4x4) Autos wurden gepflegt ignoriert.

In Swakopmund angekommen, suchten wir erst einmal unsere Unterkunft des heutigen Tages auf, Meikes Gästehaus auf. Eine durchweg positive Überraschung! Selten haben wir eine so schöne, geschmackvoll eingerichtete und familiäre Pension erlebt. Ausgestattet mit wirklich großzügigen Zimmern, einem blühenden Garten und vielen tausend Details die von viel Liebe zum eigenen Betrieb zeugten, war uns Meikes Gästehaus vom ersten Augenblick an heimisch und vertraut.

Ausgeruht und erfrischt starteten wir bald zu einem ersten Einkaufsbummel durch das Städtchen und ließen es uns bei einer wirklich guten Pizza ("mal was anderes") gut gehen.

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