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2005

Tag 3: Auf nach Namibia - die Köcherbäume von Keetmanshoop

Hierauf hatten wir uns schon eine ganze Weile gefreut - endlich wieder den Oranjefluß überqueren und damit das namibische Hoheitsgebiet zu erreichen!

Gelobtes Land Namibia!!!

Und schon, als wir ankamen, wußten wir, daß es wieder einmal die richtige Entscheidung gewesen war, bei all den lockenden Reisezielen der Welt ausgerechnet wieder hierher in den Südwesten Afrikas zu kommen. Die Weite des Landes, die schnurgeraden, langes Straßen, die Einsamkeit und unbeschreibliche Schönheit der Landschaft nahmen uns sofort wieder gefangen, noch bevor wir auch nur in der Nähe einer der vielen Etappenziele unserer Reise waren.

Die ersten Kilometer dieses Jahr auf namibischen Straßen über genossen wir dann auch die Landschaft in vollen Zügen und so waren die paar Kilometer bis Keetmanshoop auch flugs vorbei. Hier checkten wir wie letztes Jahr auch in der Central Lodge, unserem absoluten Geheimtipp für Unterkünfte in Keetmanshoop, ein und machten uns frisch für den Ausflug gen Farm Gariganus mit ihrem Köcherbaumwald.

Und der Ausflug war noch so viel lohnender als im Jahr zuvor! Der Farmer, der sich für das Gepardenaufzuchtprojekt stark macht und junge Gepardenwaisen von Farmern erlegter Elterntiere auf seiner Farm aufzieht, bietet ab und an den Besuchern seiner Farm in ganz besonderen Kontakt zu den scheuen, aber durchaus wehrhaften Raubkatzen zu kommen.

Diesmal kniete er direkt neben einem Gepard, der sich gerade an einem erlegten Klippschliefer gütig tat und streichelte diesem vorsichtig den Nacken. Nachdem wir eine Weile neben der Szenerie gestanden und das schöne Tier beobachtet hatten, lud uns der Farmer ein, uns vorsichtig dem "Kätzchen" zu nähern und es selbst einmal zu berühren. Man mag von einer solchen Handzähmung eines einst wilden Tieres halten, was man will. Fest steht, daß das Tier ohne die Betreiber der Farm schon als Jungtier jämmerlich verhungert wäre und ein Gepard nach Aufzucht bei Menschen nicht wieder in die Freiheit entlaßen werden kann. Er hätte keine Chance mehr, in Freiheit zu überleben. Wie auch immer - ich traute mich und berührte den Geparden vorsichtig im Nacken und strich ihm den Rücken entlang. Ein Wahnsinnsgefühl! Die Muskeln und Sehnen, die man mit bloßer Hand spüren kann, ließen mich erahnen, wie dieses Tier in wenigen Sekunden auf Geschwindigkeiten beschleunigen kann, die außer ihm kein anderes Landsäugetier erreicht. Die wilde Rauheit der Kreatur, das leise Grummeln, das es beim Freßen von sich gab und das Knacken der Knochen seiner Beute machten den Augenblick definitiv unvergeßlich. Vielleicht ein weiteres -kleines- der letzten Abenteuer unserer Welt.

Fast direkt neben dem Geparden lief übrigens noch ein Prachtexemplar von einem Warzenschwein über dne Hof der Farm. Nach Außage seines Besitzers wohl eines der dicksten Exemplare seiner Art - was man diesem angesichts deßen, daß sich ein Warzenschwein in freier Wildbahn wohl so einen gut gefüllten Ernährungszustand kaum erlauben kann, wohl durchaus auch glauben kann.

Ein weiteres Highlight offenbarte sich einen Moment später, als die Farmerstochter mit einer Tüte Chips über den Hof lief und von einer Meute Erdmännchen verfolgt wurde. Es handelt sich um eine halbwilde Erdmännchengruppe, die mit Hilfe allerlei nicht artgerechter Leckerlies -unter anderem "chutney flavoured" Kartoffelchips, recht zahm geworden sind. Eine tolle Gelegenheit, diese eigentlich scheuen Tiere aus nächster Nähe zu fotografieren.

In Anbetracht all dieser tollen Attraktionen verkam unser eigentliches Ausflugsziel, der Köcherbaumwald, fast zu einer Nebensache - der Köcherbaumwald. Zumal wir diesmal nicht allzu viel Glück hatten und kein besonders schönes Abendrot erleben durften. Aber der über dem Köcherbaumwald aufzeiehende afrikanische Abendhimmel hieß uns standesgemäß in Namibia willkommen und machte Appetit auf das gute burisch-afrikanische Abendeßen in der Central Lodge mit Straußen- und Oryxsteak.

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