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2005

In unser Lieblingscamp – durch den Etosha nach Halali

Hier inmitten des Etosha Nationalparks war natürlich Self Catering angesagt und so gönnten wir uns ein nur Tässchen Kaffee und ein paar Toast mit Honig, bevor wir uns wieder auf Pirschfahrt durch den Etosha machten.

Die zu unserem heutigen Nachtlager in Halali zurückzulegende Strecke war zwar eher lächerlich kurz (in Etwa 50km), doch sind Entfernungen innerhalb des Parks eher aussagelose Größen. Die zu benötigten Zeiten richten sich vielmehr nach den Tierbeobachtungen des Tages und der Zeit, die man damit jeweils zubringt.

und gerade dieser Tag sollte Beobachtungen mit sich bringen, die allem, was wir bisher gesehen hatten, absolut die Krone aufsetzte und alle bisherigen Begegnungen mit wilden Tieren fast schon in den Schatten stellten.

Dabei ging es eigentlich –für Etoshaverhältnisse– relativ normal los: große Zebraherden, Gnus, Kudus und ein paar Elefanten kreuzten zeigten sich und hätten den Tag an sich schon lohnenswert gemacht.

Doch als wir an das Wasserloch Kalkheuvel kamen, bemerkten wir, dass die Tiere hier ungewöhnlich aufgeregt und nervös waren. Die Kudus gaben permanent nervöse Warnlaute von sich, die fast wie das Bellen eines großen Menschenaffen klangen und die Zebras näherten sich dem begehrten Wasser überaus vorsichtig und scheuten ständig zurück.

Klar machte uns das neugierig und wir blieben und versuchten die Ursache für diese Unruhe herauszufinden. Nach einer Weile zeigte sich auch die Quelle der allgemeinen Nervosität: im Schilfdickicht lauerte eine Löwin, die offensichtlich trächtig war und auf diese raffinierte Weise an Beute für sich und ihre ungeborenen Jungen kommen wollte.

Doch ihre erste Attacke war erfolglos und die umstehenden Tiere waren damit gewarnt. in den nächsten Minuten brauchte sie an einen neuen Angriff wohl nicht zu denken.

Und dann kam auch noch ein Elefant ans Wasserloch, um zu trinken und seinen riesigen Leib in dem schlammigen Pfützchen des Wasserlochs zu wälzen – für uns als ausgemachte Elefantenfans natürlich ein besonders schöner Anblick.

Erst nach einer guten Stunde verließ der Graue das kühlende Wasserloch wieder.

und dann tat sich die eine oder andere weitere Stunde gar nichts.

Die mit uns angekommenen anderen Autos waren längst verschwunden und da die Löwin in ihrem Schilfversteck gut versteckt lag, war für zwischenzeitlich ankommende Beobachter nichts interessantes auszumachen. Die trollten sich auch jeweils nach kurzer Sichtung der Szenerie und so waren wir mittlerweile fast allein.

Und auch die Tiere waren mittlerweile wieder zutraulich geworden und tranken am Wasser

Aus einmal erhob sich ein Durcheinander aus Gebrüll, mehreren Dutzend durcheinander fliehender Tiere und sehr, sehr viel Staub. Als sich dieser kurz gelegt hatte, sahen wir, dass die Löwin ein jüngeres Kudu erwischt hatte und deren Kehle in den tödlichen Zähnen hielt.

Langsam, ganz langsam wich das Leben aus dem Kudukalb. Die Löwin hatte aufgrund ihres Zustandes keine Kraft mehr für einen tödlichen Genickbiss. Sie hielt das Tier an der Kehle und drückte ihm mit ihren Zähnen die Luft ab.

Natürlich tat uns einerseits das Kudukalb leid, andererseits musste ja auch die Löwin fressen, um ihre Jungen entwickeln zu können.

Diese Begegnung war jedenfalls höchst eindrucksvoll und sehr martialisch.

Und so konnten wir abends von uns sagen (was wenigen Afrikabesuchern vergönnt ist): We saw a kill!!!.

Obwohl diese Beobachtung eigentlich fast nicht mehr steigerungsfähig war, hatten wir an dem selben Tage noch einmal unheimliches Glück:

Währen wir abends an dem für uns besten Campwasserloch des Parks saßen, zeigte sich auch noch ein Leopard.

Beobachtungen dieser Tiere sind dermaßen selten, dass die eigentlich als Krönung der Tierbeobachtung gelten. Selbst Parkranger, die den Park wie ihre Westentasche kennen und täglich hier unterwegs sein dürfen, bekommen maximal ein bis zwei dieser Tiere im Jahr zu Gesicht. Und so hatten wir sie ab sofort alle "geschossen": die Big Five: Wasserbüffel, Löwe, Nashorn, Elefant und eben Leopard " auch eine Sache, die wahrlich nicht jedem vergönnt ist.

Natürlich hatte ich just in dem Moment das komplett falsche Objektiv auf meiner Kamera und keinen Blitz aufgesetzt (Murphy lässt grüßen!). So gibt es nur ein ziemlich unscharfes und verrauschtes Foto von "unserem" Leoparden. Vielleicht sollte ich das Bild ans C.S.I. schicken, damit die daraus ein lebensgroßes, gestochen scharfes Poster vergrößern ;-)

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