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2009

Landung im Paradies – Ankunft in Windhoek

Frei nach Zak McKraken: Einen langen und anstrengenden Flug später...

Schon als unsere Maschine im Landeanflug war uns sich die braungrünen Khomasberge vor uns ausstreckten, war es wieder da: das schöne Gefühl von Weite, Einsamkeit und Abenteuer.
Als wir dann endlich das Flugzeug verlassen konnten und über diesen so untypischen Flugplatz liefen, habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind. Endlich wieder hier, endlich wieder Afrika.

Da wir zwischen Landung und geplanter Mietwagenübernahme zwei Stunden Zeit hatten, konnten wir uns in Ruhe mit Nam-Dollarn eindecken und erst einmal gepflegt frühstücken. Dazu bot sich das kleine, für seine Art recht gemütliche, Flughafenrestaurant an.

So gestärkt konnte der Tag beginnen und das tat er mit Übernahme unseres Wägelchens bei Europcar. Dieses Auto wollten wir nur für einen Tag behalten, um nicht direkt nach Landung in Windhoek mit dem riesen Camper durch die Stadt fahren zu müssen. Das Autochen, dass wir bekamen, war ein Mini-Hyundai i10 und wir waren recht froh, unter Ausnutzung der kompletten Rückwand, unser Gepäck in das innere des Vehikels verstaut zu bekommen.
Schließlich konnte es losgehen und wir machten uns auf den Weg in die Namibische Hauptstadt

Diese unsere ersten Kilometer waren gleichzeitig Test und Feuertaufe für "unsere Schlampe", unser per GPS-Maus und dem hervorragenden Kartenmaterial von tracks4africa zum Navigationssystem erweitertes Mobiltelefon. Und -fast wieder erwarten- war die Zielführung brauchbar, bedienbar und fast immer zuverlässig. So war es ein leichtes, unsere Unterkunft, das Kashima B&B zu finden und zu erreichen.

Hier hatten wir für 2 Nächte gebucht, um genug Zeit zu haben, uns von dem Flug zu erholen und für die Reise einzudecken und ein wenig Windhoek zu erkunden. Zwei Nächte im Bett, bevor das Abenteuer Camping starten sollte. Eigentlich war das Kashima nur als eine beliebige Unterkunft gemietet, die auch noch zu recht humanen Preisen zu haben war. Was wir dann hier schließlich fanden, war viel mehr! Nicht nur, dass das Zimmer und die Betten absolut gemütlich und die Dusche nach dem Flug eine echte Erholung war – die eigentliche Überraschung waren die beiden sympathischen Gastgeber, mit denen man einfach sofort "warm werden" musste.
Die Hilfe, die wir von den beiden erfahren haben, begann mit Einkaufs- und Restauranttipps in Windhoek und endete mit dem Ausborgen diverser nützlicher Utensilien für unseren Urlaub. Die schöne Zeit, die wir mit den beiden verbringen durften, begann mit netten Plaudereien und endete mit einer ziemlich heftigen Braiisession am letzte Abend. Doch dazu später.

Den Rest des Tages brachten wir dann schließlich mit einem Spaziergang durch Windhoek zu, auf dem wir die ersten Einkäufe erledigen konnten.

Zum Dinner fuhren wir mit einem Taxi in Joes Beer House. Diesen Laden jemandem zufriedenstellend zu beschreiben, der selbst noch nicht da war, ist fast unmöglich. Die Adjektive urig, urgemütlich, quirlig, lebendig sind einfach zu schwach für diesen Laden. Schon beim Betreten des Bierhauses wähnt man sich schlicht in einer anderen Welt, eher in einer Szenegaststätte ind London, New York oder Berlin als im recht ruhigen Windhoek. Mengen von gut gelaunten, vorrangig jungen, Gästen belagern die Bar und man muss schon Glück haben um einen der begehrten Tische zu bekommen, wenn man nicht reserviert hatte. Doch Fortuna war uns gnädig und so landeten wir an einer der Holztafeln und konnten in Ruhe unser Essen kommen lassen. Ich hatte den Grillteller und mein Bruder das Sossatie. Beides reichlich voll Gamefleisch und extrem lecker!

Als wir aufgegessen hatten, lag bei meinem Bruderherz noch eine lockende Jalapeño, an die sich mein Bruderherz nicht so recht heran getraut hatte und die mich nun anlächelte. Also griff ich zu...
Fehler!!!
Nachdem ich nach gefühlten 30 Minuten wieder dazu fähig war, ohne Schmerzen zu atmen und das tote Stück Holz in meinem Mund, das mal meine Zunge gewesen war, wieder erste Lebenszeichen von sich gab, wischte ich mir die Fluten von meiner hohen Stirn und sah in das amüsierte/erschrockene/ungläubige Gesicht der Kellnerin – nach ihren Angaben hatte noch niemand während ihrer Zeit den Fehler gemacht und diese teuflische Schote gekostet. Na ja, da ham wer wieder nen bleibenden Eindruck hinterlassen!
Begeistert von Joes waren wir jedenfalls und wir hatten so einen wirklich tollen Abend bei hervorragendem Essen und sehr gutem, frischem Windhoek Drought.

Gedanke zum Tag:
...und wenn da steht HOT, dann ist das nicht nur so ein bisschen scharf...

Was ham wer heute gelernt?
Windhoek zu Fuß ist nicht die allerbeste Idee!

Toms famous last words:
Das war mein erster Trip nach Afrika. Die so oft gerühmte „endlose Weite“ wirkte auf mich ebenso verwirrend wie das Fahren auf der falschen Straßenseite und die Elektrozäune um die Grundstücke. Ich hab mich aber sehr schnell daran gewöhnt. Alles in allem wirkte Windhoek auf mich eher europäisch als afrikanisch. Überrascht hat mich hingegen, dass das Fleisch eigenartig schmeckte. Es schmeckte nicht nach Penicillin, nicht nach Antibiotika, nicht nach Geschmacksverstärker, nicht nach … (Wer weiß schon was da bei uns noch so alles drin ist). Es schmeckte einfach Klasse!!

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