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2009

Toller Service, tolle Pirsch – zurück im Etosha

Der Morgen begann erst einmal mit dem leider unvermeidlich gewordenen Werkstattbesuch bei Autotech Tsumeb. To mwar ja schon am Vortag dort gewesen, so dass über Nacht der kaputte Scheinwerfer bestellt werden konnte. Dieser sollte eingebaut, das Blech grob zurechtgebogen und v.a. das Fahrwerk auf eventuelle Schäden geprüft werden.

Ich war ja das erste mal in der Werkstatt sehr überrascht und stark begeistert. Die Werkstatt bot eine Professionalität und einen Service, den man in einer Kleinstadt in Namibia so nicht erwarten würde und der selbst in Deutschland wohl nur von wenigen großen Fachwerkstätten Zuffenhausener oder Stuttgarter Fabrikate geboten wird. Dennoch – der bestellte Scheinwerfer war noch nicht da, der sollte aber in den nächsten anderthalb Stunden eintreffen. So hieß es warten...

Als der Annahmemeister dann mit dem fehlenden Teil und quietschenden Reifen auf dem Hof vorfuhr, dauerte es lediglich noch etwa 10 Minuten und wir konnten unseren Patienten wieder in Empfang nehen. Das Licht tat wieder seinen Dienst und das Blech war so gut zurechtgebogen, wie ich es nicht für Möglich gehalten hätte: die Tür schloss problemlos, das Fenster ließ sich öffnen (und klapperte weit weniger als vor dem Unfall!) und Wind und Wasser bleiben absolut draußen. Tolle Arbeit! Da auch das Fahrwerk bei dem Unfall nicht mitbekommen hatte, stand einem erneuten Aufbruch gen Etosha nichts mehr im Wege.

Am Vortag waren wir ja in aller Eile an all den interessanten (und eigentlich sehr löwenreichen) Wasserlöchern des östlichen Etosha vorbeigefahren und hatten so durch die gute Arbeit der Werkstatt die Chance geschenkt bekommen, diese in Ruhe wieder anfahren zu können.

Zwar ließ sich auch heute nicht die Schwanzspitze einer Katze blicken, wir wurden aber mit dutzenden von Elefanten, Giraffen und den anderen üblichen verdächtigen des Ostetosha reichlich entschädigt. Und die volle Etoshapfanne war für mich auch diesmal einfach unfassbar. Ein geschenkter Tag Etosha, den wir bis zum letzten Moment genossen und ausgekostet haben!

Unser Campingplatz Onguma befand sich heute zwar außerhalb des Parks, doch so dicht am östlichen Zugang zum Park, dass dieser Nachteil quasi vernachlässigbar war. Dafür war der Platz wesentlich schöner, größer und ruhiger als die in den Camps des Parks und besaß sogar eigene Sanitäreinrichtungen mit dusche für jede einzelne Parzelle.

Worte des Tages
Da ist ja immer noch Wasser drin!

Was ham wer heute gelernt?
Es gibt keine Löwengarantie – nicht mal im Etosha!

Toms famous last words
Nachdem wir Gestern unser kleines Waterloo erlebt hatten, war dieser Tag einer der schönsten des Namibiatrips. Nachdem die gröbsten Schäden des Vortages beseitigt waren, ging es ja wieder zurück in den Etosha. Da es ja ein „geschenkter“ Tag war, genossen wir die sagenhafte Umgebung und jedes einzelne Tier umso mehr.
Der absolute Etosha-Höhepunkt waren dann die drei Elefanten am Wasserloch. Nicht dass die so besonders beeindruckend gewesen wären, aber aus den dreien wurden nach einer halben Stunde so ca. 25 Elefanten. Da wir eine sehr gute Parkposition hatten waren wir nicht einmal einen Steinwurf von den Kolossen entfernt. Super! Als dann nach kurzer Zeit noch eine Gruppe von ca. 15 Tieren ankam, war das Schauspiel fast perfekt. Wir konnten uns kaum losreißen. Als wir dann aufbrechen mussten, kamen noch ein paar Nachzügler unseren Weg entlang. Leider war links und rechts des Weges so viel Unterholz, dass ein Ausweichen unmöglich war. Auf jeden Fall schafften wir es dann doch noch aneinander vorbei, ohne uns zu nahe zu kommen. Nur ein junger Bulle schaute uns so an, als ob wir ihn persönlich beleidigt hätten. Auf jeden Fall standen wir uns ein einem Respektsabstand von 20 m gegenüber. Und das eine gefühlte Ewigkeit. Wir konnten nicht wirklich weg und er wollte wohl nicht. Unvergleichbares Erlebnis, aber auch ein wenig beängstigend.
Beim Verlassen des Parks wurden wir am Gate von einer „sehr freundlich drein schauenden“ Parkangestellten aufgehalten. Mit einem Fingerzeig auf unseren verbeulten Kotflügel, kam die Frage, ob wir ein Tier umgefahren hätten.
Nachdem wir ihr unsere Geschichte erzählt hatten, wirkte sie nicht wirklich freundlicher und entließ uns mit einem Blick, der sagte: „Ich glaube euch kein Wort, euch ist nicht zu trauen!!“ dann trotzdem aus dem Park.
Abends auf dem Zeltplatz putzten wir erstmal den alten Dreck, der sich unter dem nicht mehr vorhandenen Außenkotflügel befunden hatte vom Auto. So sah der Unfall wenigstens nicht mehr so frisch aus.
=> 5 of the Little Five der Namib, 2 of the Big Five, 2 of the Dangerous Six

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