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2009

Urlaub am Meer – Etosha Nationalpark Tag 1

Endlich waren wir wieder hier, endlich ging es wieder auf Pirschfahrt über die berühmten weißen, staubsig-salzigen Pisten des Etosha.

Heute wollten wir ganz entspannt mit der westlichen Parkhälfte beginnen und uns morgen dann die zentralen Bereiche vorzunehmen und übermorgen die östlichen um Namutoni. Also auf gen Okaukuejo! Wir waren zuversichtlich bis enthusiastisch, alle möglichen Tiere zu finden.

Elefanten, Nashörner, Löwen tausende von Springböcken, Zebras und Oryxen hatte ich Tom versprochen und die wollte ich auch finden.

Was ich so von den letzten Malen nicht kannte und was ich mir so nie hätte vorstellen können, war die voll gelaufene Etoshapfanne. Wo sich sonst nur tote, lebensfeindliche, trockene und salzige Weite erstreckt, reichte nun ein riesiger See bis zum Horizont. Überall waren Wasservögel und der See war so voller Leben, als würde dies das normalste auf der Welt sein. Wasser so weit das Auge reicht. Fast hatte man den Eindruck, auf das Meer zu blicken. Wenn man bedenkt, dass all die Wassermassen ausschließlich dem Regen zu verdanken waren, bekam man einen Eindruck davon, wie heftig und üppig die Flut dieses Jahr ausgefallen sein musste. Selbst Einheimische, die weiter entfernt vom Etosha leben, konnten sich nicht vorstellen, die Pfanne mit Wasser gefüllt zu sehen.

Die Wasservögel und die vielen Reiher an den Ufern fingen Fische, die Teils über 30 cm lang waren und definitiv älter als das Wasser in der Pfanne sein mussten. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Fische in den trockenen Jahren im Schlamm erstarrt warten, bis die Pfanne sich wieder füllt. Da dies nur etwa alle zehn Jahre der Fall ist, ein fast unglaubliches Phänomen!

Allerdings hatte das viele Wasser den großen Nachteil, dass viele Tiere sich in entferntere Bereiche des Parks zurückziehen und sich nicht in den durch den Besucher erreichbaren Gebieten aufhalten. Warum sollten sie auch? Wasser gab es ja genug und so gab es keinen Grund, in der Nähe der Wasserlöcher zu bleiben.

Hinzu kam, dass das jahreszeitlich bedingt hohe Gras alles unterhalb der Fensterlinie des Autos verbarg.

So haben wir an diesem Tag erstaunlich wenig Tiere gesehen. Waren es sonst hunderte und tausende Zebras und Antilopen, waren es jetzt nur ein paar Dutzend. Elefanten ließen sich tagsüber gar nicht blicken und von Katzen gab es nicht mal den Hauch einer Schwanzspitze. Die volle und unglaublich reiche Pfanne hat uns aber mehr als entschädigt.

Auf dem Weg zurück ins Camp kreuzte dann noch eine Elefantenherde unseren Weg. Elefanten aus dem Auto heraus zu sehen, ist immer ein ganz besonderes Erlebnis. Wenn die Tiere, unter deren Bauch man mitsamt seinem Wägelchen fast durchfahren kann, 2,3 Meter vor und hinter einem die Straße überqueren oder ein großes Tier in Richtung des Autos zieht, kommt man sich selbst so richtig klein vor und man erstarrt in Ehrfurcht vor den grauen Giganten. Besonders für Tom, der dieses heute zum ersten mal erlebte, einfach unvergesslich!

Und, als wollten sie den Tag noch perfekt machen, schaute Abends noch eine Nashornmama nebst Nachwuchs am Wasserloch Halali vorbei und säugte in aller Seelenruhe ihr Kleines. Ein besonderes Erlebnis!

Worte des Tages
Leiwand! (Tom beim Anblick der Elefantenherde, die unseren Weg kreuzte)

Was ham wer heute gelernt
...dass es auch im Etosha eben keine Löwengarantie gibt!

Toms famous last Words
Da ich an der Ostsee lebe, war der Anblick der gefüllten Etoshapfanne für mich nicht so ein beeindruckendes Erlebnis. Wasser, das bis zum Horizont reicht, kannte ich ja schon von zu Hause. Wahrscheinlich ist es umgekehrt, wenn ich beim nächsten Mal die Pfanne ausgetrocknet sehen werde, bin ich beeindruckt. Schauen wir mal.
Was mir an diesem Tag sehr viel Spaß gemacht hat, war das Jagdfieber, das in einem erwacht, wenn man die ersten Tiere im Unterholz entdeckt hat. Teilweise war nur ein Schatten im Gebüsch zu sehen. Dann hieß es: „Stopp, stopp, halt an, halt an, zurück, zurück uuunnd stopp!! Ist da was??“. Manchmal war es nur ein Busch oder ein kleiner Termitenhaufen, den man aus den Augenwinkeln gesehen hatte und für was Interessanteres gehalten hatte, meist waren es aber wirklich die Objekte der Begierde.
Lauter Pumbas, Martys, Melmans, leider nur keine Alexe!
Wir waren aber zuversichtlich, unsere Wildkatzen noch vor die Linse zu bekommen. Wenigstens haben wir auf dem Rückweg zum Camp noch ein schickes Nashorn gesehen und am Wasserloch das schon angesprochene säugende Nashornjunge.
=> 5 of the Little Five, 2 of the Big Five, 2 of the Dangerous Six

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