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2009

Sand, Steine und Swimmingpools – Sossusvlei und Naukluft

Nachdem wir ja gestern glücklich “auf den letzten Drücker” den Park verlassen hatte, wollten wir heute denn doch einmal in diesen hinein. Wir hatten schließlich für die Dune 45 den gesamten heutigen Tag eingeplant und wollten danach nur noch den nicht allzu weit von Sesriem entfernten Zeltplatz Hauchabontain erreichen. Eine machbare Aufgabe!

Heute morgen hatten wir beide die erste Nacht im (oder besser: auf dem) Camper hinter uns und haben -ein bisschen wider erwarten- hervorragend geschlafen. Die Zelte sind groß genug, die Matratzen sind bequem. Einzig der hohe Schwepunkt der Zelte und damit einhergehend das Schaukeln des Autos, wenn sich der jeweils andere im Bett umdreht, hatten die Nacht ein bis zwei Mal unterbrochen. Aber alles kein Problem!

Nach einem Frühstück aus am Gaskocher gebrühtem Kaffee, ein Paar Stullen Toast und Joghurt aus dem Kühlfach hatten wir dann auch richtig Lust auf die roten Dünen und machten uns auf den Weg zur Fourty Five. Was ich persönlich erstaunlich finde: gestern abend hatten wir uns noch über ein paar verrückte Südafrikaner geärgert, die genau an der Frontseite der 45 heraufklettern mussten und so ihre Fußabrücke in den unberührten, glatten, mächtigen Sand hinterlassen und sie ganz schön verunstaltet. Der Wind über Nacht hatte jedoch alle Spuren verweht und die Düne lag wieder vor uns, als wäre nichts geschehen. Bedenkt man, wie verletzlich die Wüste sein kann und wie lange Zerstörungen im Sand überdauern können (bei Swakopmund findet man noch Wagenspuren der alten Siedler), ein erstaunliches Phänomen. Und so gingen wir dann auch wesentlich ruigeren Gewißens den Trampelpfad entlang, der um die Frontseite der Düne herum auf einen Hügel hinter ihr führt. Vielleicht sage und schreibe ein Kilometer, nicht mehr. Trotzdem waren wir ziemlich k.o., als wir oben waren. Der Weg durch den Sand war überraschend anstrengend. Unwillkürlich stellte man sich sie Frage, wie weit ein Verirrter wohl käme, der sicher mit weniger Wasservorräten, ohne Orientierung (Dünen können sich verdammt ähneln...) und bei deutlich heißeren Temperaturen Rettung suchend umherirrt

So anstrengend der Weg auch war, so lohnend war er doch. Die einmalige Aussicht, die berühmten roten Dünen, auf deren Hängen nun, kurz nach der Regenzeit sogar Pflanzen wuchsen (rote Dünen in grün?) und nicht zuletzt die dutzenden kleiner Wüstenbewohner wie Käfer, Insekten, Eidechsen, Geckos und Vögel, waren eine mehr als großzügige Entschädigung für die kleine Mühe des Aufstiegs. Hinter manchem Stein saß eine Eidechse, hier und da liefen Klopfkäfer und sogar eine kleine Schlange flüchtet über die Dünen. In der Ferne waren Springböcke und Oryxe zu sehen. Einfach wunderschön und für viele Namibiareisende sicher nicht ganz zu Unrecht einer der oder gar der Höhepunkt ihrer Abenteuer. Unvergesslich schön alle mal!

Nachdem wir uns vom roten Sand verabschiedet machten wir am Eingangstor zum Park naoch dne kleinen Abstecher zum Sesriem Cañon. Zwar gibt es sicher interessantere und schönere Orte in der nahen Naukluft, doch wollte ich unbedingt sehen, wie hoch der Wasserstand im Cañon so kurz nach der Jahrhundertflut war, hatte ich die Schlucht doch bisher nur im Trockenen September gesehen. Und tatsächlich war noch einiges an Wasser übrig geblieben, der Weg war nur etwa bis zur Hälfte der mir bekannten Strecke begehbar. Was den Cañon doch wirklich zu einem Erlebnis macht, sind die vielen hunderte, vielleicht tausende Felslöcher, in denen Vögel ihre Nester haben,. Die Felswände sehen aus wie schweizer Käse und überall Flattern kleine Vögel.

Schließlich war es dann aber doch Zeit, nach Hauchabfontain aufzubrechen und so trennten wir uns schweren Herzens von Sand und Stein und machten uns auf den Weg.

Um eines vorweg zu nehmen –ndash; Hauchabfontain ist sicher einer der besten Campingplätze, die ich je gesehen habe. Mit dem, was wir hier in Europa als Campingplätze bezeichnen, nicht vergleichbar! Der Platz, den wir für uns hatten, hätte locker genug Fläche für 3 oder vier Fahrzeuge geboten. Die Ausstattung bestand aus einem Felsentisch, einer Freiluftsteinküche mit eigenem Wasseranschluss (!!!) einer Feuerstelle und begeisterte zund. Und das alles inmitten vor unbegreiflich schönen Silhouette der Naukluftberge.

Den eigentliche Clou entdeckten wir aber erst bei einem kleinen Spaziergang über die Farm: Am Namensgeber der Harm Hauchabfontain (etwa: die Quellen des Hauchab) hatten sich tiefe Becken im Fels gebildet, in dem das klare, saubere und warme Wasser des Hauchab stand. Sozusagen natürliche Swimmingpools, nur ohne Chlor und ohne Schmutz. Das Wasser war so klar, dass man überall auf den schlammfreien Felsboden sehen konnte. Dort tummelten sich kleine (und nach Angaben des Farmers auch größre) Welse.
Hier am Wasser haben wir auch unsere Zeltplatznachbarn kennen gelernt (wie gesagt, der Platz ist wirklich geräumig und von der eigenen Parzelle sieht man seinen Nachbarn nicht): ein nettes, sympathisches Pärchen aus der Schweiz, mit dem wir uns nach dem Abendbraai noch zu einem Gläschen Tafel Lager getroffen haben.

Worte des Tages
… und das ist Euer Fernseher. (der Farmer auf Hauchabfontain, auf die Feuerstelle unserer Parzelle deutend)

Was ham wer heute gelernt?
...dass man beim Camping wider erwarten richtig gut schlafen kann.

Toms famous last words
Als wir an diesem Tag dann der „dune 45“ waren, erlebten wir einen kleinen Sturm. Nur waren hier kein Wasser, kein Regen, sondern nur viel Sand, der vom Wind hoch gewirbelt und mitgerissen uns ein Ganzkörperpeeling der besonderen Art verschaffte. Stand man im Wind, konnte man die ganze Zeit den feinen Sand spüren, wie er auch durch die Kleidung hindurch auf unsere Körper einschlug. Also immer schön den Mund geschlossen halten, sonst hat man bald die Schnauze voll (Sand)!
Am Nachmittag fand dann unser „Wellness“-Programm seinen Höhepunkt. Baden in Mitten des so trockenen Afrika. Die Luft hatte gefühlte 35°C, das Wasser 20. Herrlich, wer sich das entgehen lässt, verpasst richtig was! Wellness im Busch von Afrika, nichts ist unmöglich!

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