titelTierauge
2022

Auf in den Etosha 5:44 Stunden, 520km

Warum reist man nach Namibia? Die Wüsten? Klar! Die wundervollen, überwältigenden Landschaften? Sicher! Die Einsamkeit und die Weite? Auf jeden Fall!

Aber doch in jedem Fall in erster Linie auch wegen der Tiere. Das Gefühl, neben lebendigen Elefanten, Löwen oder Nashörnern zu stehen, die nicht in irgendeinem Zoo oder Safaripark für die Bespaßung der zahlenden Besucher da sind, sondern einfach dort leben, wo sie hingehören, wo sie in Freiheit und -weitgehender- Unabhängigkeit von menschlicher Pflege nun mal leben, ist ein unvergessliches Erlebnis, dem nicht viel nahe kommt.

Und heute würden wir die tollen Landschaften des Südens hinter uns lassen und uns Richtung Tierwelt bewegen, die nirgendwo im Land so geballt und konzentriert vorkommt, wie im Etosha.

Die Strecke ist mit etwa 520km ein ziemlicher Ritt und es war gut, perfekt ausgeschlafen in Swakopmund starten zu können.

Der Weg selbst war recht ereignisarm, immer mal wieder musste ein LKW der Minenunternehmen entlang der Strecke überholt werden, das war es aber auch schon.

Bis zur M63... Dort nämlich machte ich meine Anschlagspläne auf mein großes Teeniekind war. Die Strecke war hier ziemlich einsam und wir waren von Horizont zu Horizont praktisch für uns. Mein Teeniekind war ja mit gut 16 Jahren in der gedanklichen Vorbereitung auf Erwachsenwerden nebst Führerschein und wir hatten mit unserem Dumbledore nun mal ein richtig cooles Vehikel zur Verfügung. Gibt es etwas Stilechteres als auf einsamen namibischen Straßen mit einem Gefährt wie diesem seine ersten Erfahrungen am Steuer zu machen?

Und das hat sie getan. Und sich ziemlich gut dabei angestellt!

Wir haben das Ganze ein gutes Weilchen betrieben und setzten dann unseren Weg um einiges an Erlebnis und Erfahrung reicher Richtung Etosha fort.

Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp!!!! Hach ja, Etosha, gäääähn.... Was solls... - Hey, ich rede hier vom Etosha, dem Park mit den meiner Meinung nach dichtesten Tiersichtungen überhaupt (vielleicht abgesehen von diversen Privatfarmen, auf denen die Tiere bewusst an Menschen gewöhnt werden)! Wir waren angekommen. Gelobtes Land, Milch und Honig und so weiter!

Also noch mal....

(Regie: Einspielen von Totos "Africa"...

Dudupdudupduduuuuhhh....
I hear the drums echoing tonight
But she hears only whispers of some quiet conversation )

Das war er also, der Etosha. Vorbei und plötzlich unendlich weit waren die Erlebnisse der Vergangenen Tage, vorbei die Wüsten, der Sand, vorbei das wirklich schöne, postkoloniale Swakopmund, wir waren irgendwie da, wo wir eigentlich hin wollten. Wir würden Elefanten sehen, die in wenigen Metern Entfernung an Dumbledore vorbeizogen, Löwen, Nashörner und und und. Alles andere war schön, unvergesslicch, einzigartig. Aber das hier, das war es, warum wir eigentlich hier waren!

...
I bless the rains down in Africa
(Ah, gonna take the time)
Gonna take some time to do the things we never had

Am Gate angekommen und die üblichen Checkinformalismen hinter uns wurden wir auch schon direkt mit dem ersten der Big Five für meine Mädels belohnt, trottete doch gemütlich neben dem Weg zwischen Gate und Okaukuejo der erste Elefant. Für die beiden war das natürlich ein besonderes Erlebnis und echter Höhepunkt des Tages, auch wenn die Sichtung an sich eigentlich gar nicht sooo wahnsinnig spektakulär war. Aber hey - ihr erster Elefant!

In Okaukuejo selbst suchten wir unseren Parkplatz (direkt neben einem riesigen Webervogelnest, das leider offenbar zu schwer für den es tragenden Baum geworden war und halb zerstört von diesem herabhing) und machten uns auf zum Wasserloch des Camps.

Und auch dort verließ uns das Glück des Tages nicht - neben ein paar Reihern, Schakalen und Hyänen kam auch direkt Big Five numero zwei vorbei - ein Spitzmaulnashorn stillte seinen Durst kamerawirksam und zu unserer allgemeinen Freude.

Zum Abendbrot gab es wieder Nudeln mit einer der vielen Gemüsekonserven, die wir mittlerweile im Gepäck hatten. Mein Erlebnis mit dem verdorbenen Magen in Sesriem hatte mir persönlich die Lust auf Grillfleisch nachhaltig verleidet und das Teeniekind war eh eher Vegetarierin.
Beim Prä-Teeniekind kann man mit Nudeln eigentlich immer punkten und so beließen wir das Fleisch lieber der professionellen Zubereitung in Restaurants und aßen eigentlich immer Nudeln mit Konserve. Klingt unangenehmer, als es war. Wir stehen auf Nudeln und können bequem 2-3 Wochen davon leben, ohne, dass sie uns über werden.

Beim Zubereiten dieses königlichen Mahles am dann aufgebauten Dachzelt wurde uns noch ein bisschen mulmig. Um uns herum sorgte die ungewöhnlich früh eingesetzte Regenzeit (hey, das ist Afrika - wo bitte bleiben Trockenheit, Hitze, Sonne???) für ordentlich Wetterleuchten und Blitze am Horizont. Ich war mir alles andere als sicher, ob wir im Zweifelsfall vor Blitzen geschützt wären in unserem so gesehen doch irgendwie recht kleinen Zeltchen.

Zumal das Prä-Teeniekind einen gesunde, aber deutlichen, Respekt vor Gewittern hat und sie sich so gar nicht wohlfühlte. Allerdings taten uns die Gewitterwolken zumindest heute Abend den Gefallen und hielten sich von unserem Zelt doch recht fern (so fern, dass zwar Blitze zu sehen, aber kein Donner zu hören war) und so gingen wir voller Vorfreude auf die Begegnungen der kommenden Tage schlafen.

Was ham wer heute gelernt?
Adia: Autofahren (zumindest in Ansätzen)
Papa: Wenn das funktionieren soll, muss ich eindeutig ruhiger werden….

Gedanke zum Tag:
„And where's the mother?“ - Einlass am Etosha-Gate beim Kontrollieren der Pässe. So wie jeder, wirklich jeder Polizist / Grenzschutzbeamte / Zöllner / Tierarzt / Whatever...
Alleinerziehende Väter scheinen noch nicht im Weltbild Namibias angekommen...

Adias Senf und Nellis Ketchup:
Soon to follow!

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