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H.I.V.

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Die mit Abstand größte Gefahr für die Menschen im südlichen Afrika, weitaus schlimmer als jede Trockenheit, jede Heuschreckenplage, jeder noch so wilde Löwe und jedes Buschfeuer ist die leider sehr reale Bedrohung durch die Seuche AIDS.

Besonders in den Townships und in einigen Landstrichen wie dem Caprivistreifen herrscht eine unvorstellbar hohe Infektionsrate von über 30%, Tendenz steigend. Viele der dort lebenden Menschen, viele der Kinder die am Straßenrand spielen, werden in den nächsten Jahren an dieser Krankheit sterben.

Wir haben im Caprivistreifen einen Vater mit seinem Sohn Fische fangen sehen. Ein idyllisches Bild; hier war die Welt noch in Ordnung! Und doch - die Wahrscheinlichkeit, dass Vater oder Sohn mit dieser tödlichen Krankheit infiziert sind, ist extrem hoch.

Das Leben mit der Seuche wird über kurz oder lang normaler sein als das Leben ohne sie.

Somit ist es erschreckend aber wahr, dass HIV ein echtes Problem für die Volkswirtschaften der Länder darstellt, da qualifizierte Arbeiter und Kenntnisträger an der Krankheit sterben werden.

Zwar betreiben sowohl die südafrikanische als auch die namibische Regierung riesige Aufklärungsfeldzüge, doch stellt sich ein Erfolg, wenn überhaupt, nur mäßig ein. An den großen Straßen des Landes stehen alle paar Kilometer Warnplakate, die über die Seuche informieren, im Radio laufen regelmäßig entsprechende Werbespots und in so gut wie jedem Verwaltungsgebäude und jedem Grenzübergang liegen Kondome bereit. Dennoch werden diese Mahnungen von einem Großteil der Bevölkerung nicht beachtet.

Einerseits geschieht dies trotz allem aus Unwissenheit (immerhin kann ein Teil der Bevölkerung nicht lesen, besitzt kein Radio und verlässt quasi nie sein Dorf) andererseits aber auch aus falsch verstandenem Mannesstolz und Aberglaube heraus.

So sind sich viele Menschen in den betroffenen Regionen dank konsequenter Verdrängung nicht dessen bewusst, dass AIDS eine Krankheit ist, für die es keine Heilung gibt und an der man leider ziemlich sicher stirbt. Zumal man leider nicht vergessen darf, dass die AIDS-Behandlung in Europa deutlich effizienter und fortschrittlicher ist als in Afrika.

Auch ist kein Thema so von Vorurteilen und Gerüchten geprägt wie dieses. So hält sich unter anderem hartnäckig das Gerücht, dass ein Aberglaube existiere, nach dem ein AIDS-Kranker geheilt werden könne, wenn er eine hellhäutige Frau oder sogar ein kleines Kind vergewaltigt. Was da dran ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Genauso besteht leider das -meines Wissens nach unberechtigte- Vorurteil, dass dunkelhäutige Jugendliche häufig 4-5 Partnerschaften parallel betreiben.

Wenig hilfreich war hier auch die Politik eines Thabo Mbeki, der den Zusammenhang der Seuche mit den verursachenden Viren bestritt und Infizierten statt antiviraler Medikamente Knoblauch, Rote Bete oder Olivenöl empfahl. Auch umgab er sich mit pseudowissenschaftlichen AIDS-Leugnern, deren Rat seine mörderische HIV-Politik bestimmte.


Für Reisende im südlichen Afrika bedeutet diese Bedrohung, dass sie grundsätzlich vorsichtig sein sollten. So sollte man im Falle eines Arztbesuches dringend auf der Verwendung einer neuen Einwegsspritze bestehen. Bei (sexuellen) Kontakten mit Einheimischen jeglicher Couleur und auch mit anderen Reisenden sollte dringend ein Kondom verwendet werden. Äußerste Vorsicht ist auch bei Kontakt mit verletzten Personen geraten - ohne Einweghandschuhe geht hier eigene Sicherheit vor Hilfestellung!

Außerdem sollte man sich ab und an vor Augen führen, dass manch paradiesisch wirkende Situation im südlichen Afrika bald vielleicht auch auf Grund der Krankheit AIDS so nicht mehr existieren wird.

Und wenn jemand wirklich helfen kann, dann wir im immer noch reichen Europa!